Willkommen im Religionsphilosophischen Salon!

Der „Religionsphilosophische Salon Berlin“ ist ein Ort des Gesprächs, der Kontroverse, der Kritik. Immer steht das Philosophieren, also der lebendige Vollzug des Denkens im Mittelpunkt. Dabei verdient jedes Thema eine philosophische Besinnung. Insofern ist Philosophieren universal. Fragen der Religionen, der Transzendenz und der Immanenz, also grundlegende Fragen der Menschen nach ihrem Menschsein, gehören zur Philosophie. Sie öffnet sich heute für die Kulturen der Welt, kann nicht länger “europäisch”  bleiben.

Auf dieser website finden Sie Texte, die sich auf dem naturgemäß „weiten“ Umfeld des Religiösen / der Religionen bewegen. Unsere Position ist philosophisch, also  konfessionell – unabhängig. Das ist die unaufgebbare Basis philosophischer Kritik.

Der nächste Salon findet am Freitag, 10. Februar um 19 Uhr, im Café antikflair statt, Grunewaldstr. 10 in Berlin – Schöneberg.

Anläßlich der Erinnerung an König Friedrich II. wollen wir nach der Aktualität seines pragmatischen Toleranzspruches fragen: “Jeder soll nach seiner Fasson selig werden”.
Das soll ja jeder auch: Nur. Wo sind die Grenzen der Toleranz für Intolerante? Welche Rolle sollen Religionen als politische Kräfte in einer Gesellschaft spielen, die absolut auf Toleranz setzt und für die eine Trennung von Kirche und Staat elementares Anliegen ist.
Unkostenbeitrag: 5 Euro. Anmeldung erforderlich an: christian.modehn@berlin.de Nach der Anmeldung werden einige “Thesen” per email zugesandt.

Zu dieser website:

In den meisten Fällen ist Christian Modehn (geb. am 29.7. 1948 in Berlin) Autor dieser Texte, Hinweise, Fragen, Kritiken dieser website. Zu allen Texten: “copyright”.

Ich habe Philosophie (M.A. über Hegel) und katholische Theologie (Staatsexamen über Heidegger) in Berlin, St. Augustin, Bonn und München studiert. Ich arbeite seit vielen Jahren als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, vor allem für die Fernseh- und Radiosender der ARD und die Zeitschrift PUBLIK – FORUM.

Vor 5 Jahren habe ich den Religionsphilosophischen Salon Berlin als offenen Gesprächskreis gegründet, seitdem fanden bis Januar 2012 insgesamt 49  „Salonabende“ statt.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig; man kann den Salon auch eine philosophische „Basis – Initiative“ nennen. Da jeder Mensch mit Vernunft ausgestattet ist, sind wir der Überzeugung: Von daher ist jeder Mensch in der Lage, auf seine eigene Weise zu philosophieren. Alle anspruchsvolle Philosophie hat ihre Basis im Philosophieren des einzelnen und der Gruppe…

Wir wollen die „Salon – Tradition“ neu beleben, d.h. ein offenes Forum bieten, zu dem alle eingeladen sind, die sich für philosophischen Frage interessieren, vor allem für solche, die möglicherweise bezogen sind auf Fragen, die sich aus der Analyse des Daseins ergeben, also Fragen nach Transzendenz und Göttlichem, nach Gründendem und Sinnvollem.
Dabei ist klar, dass Spuren von Transzendenz in allen Bereichen kulturellen Lebens möglicherweise entdeckt werden können. Religion ist nicht nur da, wo Religion oder „Anti – Religion“ „draufsteht“.
Dabei ist eindeutig, dass bestehende Religionen kritisch befragt werden müssen. Maßstab ist eine selbstkritische Vernunft, die auf fragwürdige bzw. vernünftig nicht akzeptable Aspekte der Religionen aufmerksam macht, wenn sie etwa der Vorstellung der Universalen Menschenrechte nicht entsprechen.
Ein weiteres Thema wäre: Wie müde, wie erstarrt oder wie lebendig und vital sind (noch) die etablierten Religionen? Zeigt der Auszug aus den Kirchen z.B. in Europa nicht auch und vor allem, dass die “Kirchenlehren”, so, wie sie offiziell vorgetragen werden, bei nachdenklichen Menschen nicht mehr überzeugen.

Und diese Frage kann heute nicht mehr auf den europäischen Raum begrenzt bleiben. Religionsphilosophie muss interkulturelle Philosophie werden. Auch daran arbeitet der “religionsphilosophische Salon”. Und es ist ein Projekt, mit entsprechenden “Salons” oder philosophischen Basisinitiativen in Afrika oder Lateinamerika z.B. in Verbindung zu kommen.
Unser Vorschlag für einen lebendigen religionsphilosophischen Salon:
Gemeinsam Texte kritisch lesen, die eine religionsphilosophische Haltung ausdrücken. Eigene Texte schreiben, in denen die eigene, persönliche Erkenntnis zum Ausdruck kommt. Miteinander im Gespräch bleiben, in dem als einzige Autorität die Kraft der Vernunft anerkannt wird.
So kann es vielleicht gelingen, dass Religionsphilosophie eine kritische Lebenshaltung fördert, die vor Dogmatismus und Fundamentalismus bewahrt. Das ist ein ganz praktisches Ziel philosophischer Arbeit.
Authentisches Leben ist philosophisches Leben. Ist das ein Traum? Religionsphilosophie bemüht sich, im Anschluss an die klassische griechische Philosophie (siehe etwa die wichtigen Werke von Pierre Hadot) auch um Formen der persönlichen oder gemeinschaftlichen “Sammlung”, der Meditation, der Stille, des persönlichen poetisch – philosophischen Ausdrucks. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen alter Konfessionen, Religionsphilosophie als eine Art Lebenshaltung zu konzipieren, auch für spirituell Interessierte. Umso dringender braucht man Gemeinschaften des kritischen Gesprächs, Gemeinschaften, die sich nicht von der Allmacht der Medien irritieren lassen und der Drohgebärde alter Religionen, die ihren Exklusiv – Anspruch geltend machen wollen. Dagegen gilt es, sich philosophisch zu wehren.
Philosophische Gespräche im Salon können zudem eine Hilfe sein, den herrschenden Individualismus ein wenig „zu korrigieren“.

Unser Interesse gilt auch der interkulturellen Philosophie vor allem in Lateinamerika. Deswegen beobachten wir, wie es gelingt, die lange Zeit der Diktatur in diesen Ländern aufzuarbeiten. Als ein Beispiel weisen wir auf das neue Widerstandsmuseum in der Dominikanischen Republik hin:

Wir freuen uns, dass am Sonntag, 30. Mai 2011, in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo, ein Museum des Widerstands eröffnet wurde, es erinnert an die Tyrannei unter dem Diktator Trujillo, er wurde am 31. Mai vor 50 Jahren ermordet. Lateinamerikanische Staaten tun sich schwer, ihre eigene dunkle und blutige Vergangenheit zu bearbeiten, das neue Museum in Santo Domingo ist ein wichtiger Schritt zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. (siehe den Beitrag über die “Kirche und die Diktatur Trujillos” in dieser website und die hervorragende website des Museums:www.museodelaresistencia.org